Die Herdbuchprüfung des AAeV wird derzeit neu gestaltet. Grundlage für die Neukonzeption ist eine Mitgliederumfrage, die von Oktober bis Dezember 2018 als Onlineumfrage durchgeführt wurde. 41 Farmen haben sich an der Umfrage beteiligt.

Zusammenfassung der wesentlichen Umfrageergebnisse

Bedeutung und Interesse an der Herdbuchprüfung

Die meisten Befragten haben einen Tierbestand von ca. 5 – 30 Tieren,  einige  ca. 60 Tiere und einige über 60 Tieren.

Die deutliche Mehrheit der Befragten hält die Herdbuchprüfung für ein wichtiges Instrument für die Zucht und hat ein grundsätzliches Interesse, an der Herdbuchprüfung teilzunehmen. Für rund 40% der Befragten scheint die bisherige Form der Herdbuchprüfung nicht attraktiv zu sein; sie haben bisher nicht daran teilgenommen.

Erwartungen an die Herdbuchprüfung

Im Rahmen der Herdbuchprüfung werden Aussagen zu Zuchteignung und Zuchtwert gewünscht, eine Mitbeurteilung der Nachkommen sowie Zucht- und Anpaarungsempfehlungen.

Erwartungen an die Richter/Bewerter

Von den Bewertern/Richtern wird Objektivität, ein Nachweis der Kompetenz, Aktualität des Wissens, Unabhängigkeit, sprachliche Verständigung erwartet. Es wird mehrheitlich die Bewertung durch zwei Richter gewünscht.

Bewertungssystematik und -methoden

Hinsichtlich der Bewertungssystematik und -methodik lässt sich aus den Ergebnissen schließen, dass eine Bewertung der Herde, bzw. der Zuchttiere erwünscht ist, die „anwendbare“ Aussagen zur Zuchteignung  und zum Zuchtwert machen, zum Beispiel über eine Zuordnung zu Klassen/Kategorien A, B, C.

Eine zusätzliche Bewertung der besten Tiere über ein  Punktesystem, mit dem die besten Tiere miteinander verglichen werden können, scheint ebenfalls gewünscht zu sein.

Merkmale, die Einfluss auf die Verarbeitung der Faser und den Nutzwert der Tiere haben, sollen vermehrt berücksichtigt werden. Außerdem besteht ein deutliches Interesse an der Entnahme von Hautbiopsien.

Insgesamt wird gewünscht, dass die Bewertung der Tiere und die daraus resultierenden Ergebnisse verständlich, nachvollziehbar und vergleichbar sind.

Häufigkeit und Kosten

Eine Herdbuchprüfung alle zwei Jahre erscheint für die meisten Befragten ausreichend. Dabei sollten die Kosten 500 Euro/Jahr nicht übersteigen.